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Solltest auch Du wie Notenbanken handeln?

Aktualisiert: 3. Mai

Sei es an der Tankstelle oder beim wöchentlichen Einkauf – die anziehende Inflation ist in unserem Alltag angekommen. In den USA ist die Teuerung auf fast 8% angestiegen. Im Euro-Raum hat der teuerungsrelevante Warenkorb im Vorjahresvergleich um 7.5% zugelegt. In der Schweiz beträgt die Teuerung 2.4%. Was bedeuten diese Prozentzahlen nun für Deine Anlageentscheidungen?

Fed handelt. Und was machen die EZB und SNB?

Wenn wir auf die letzten Jahre zurückschauen, dann hat sich gezeigt, dass die Anleihemärkte und die Aktienbörsen sehr stark von der Geldpolitik dominiert wurden, die in der westlichen Welt sehr expansiv war. Die amerikanische Notenbank Fed wird in diesem Jahr diverse Zinsanhebungen vornehmen. Die ersten Schritte wurden bereits gemacht, um die sehr hohe Inflation zu bekämpfen. Zusätzlich will die Fed zeitnah mit der Reduzierung ihrer billionenschweren Bilanz beginnen.


Seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) hört man auch schon ähnliche, wenn auch defensivere Töne. Aktuell hält die EZB trotz sehr hoher Inflation (noch immer) an ihrer expansiven Geldpolitik fest. Die Angst zu stark auf die Bremse zu treten und damit eine abrupte Wachstumsverlangsamung zu riskieren, wiegt offenbar zu schwer. Die Schweizer Nationalbank (SNB) dürfte eventuellen Schritten der EZB folgen, denn auch in unserem Land ist die Bilanz (>1 Billion CHF) der SNB mächtig aufgeblasen und müsste in Relation zur Wirtschaftsleistung der Schweiz – im Jahr 2021 betrug das Bruttoinlandsprodukt rund 743 Milliarden Schweizer Franken – zurückgefahren werden.


Zinserhöhungen und die Verkleinerung der Bilanzen führen an den Kapitalmärkten zu einem starken Zinsauftrieb, der zum Ziel hat, die Teuerung zu bekämpfen. Siehe dazu auch den Blog «Die effektive Inflation und was das für AnlegerInnen bedeutet». Mit der Abkehr der (zu) grosszügigen Versorgung der Märkte mit billigem Geld, verändert sich die Ausgangslage für uns AnlegerInnen.

Sogenannt riskante Anlagen wie Aktien leiden darunter, weil aufgrund der Unsicherheiten in den Märkten festverzinsliche Anleihen zunehmend attraktiver werden, vor allem bei institutionellen Anlegern wie Versicherungen aber auch bei risikoaversen privaten AnlegerInnen. Für zehnjährige Anleihen liegen die Renditen in den USA zurzeit auf einem Dreijahreshoch, in der Schweiz sogar auf einem Achtjahreshoch!

Was sind Anleihen?

Eine Anleihe (auch festverzinsliches Wertpapier, Schuldverschreibung oder Obligation, auf englisch Bond) ist ein zins­tragendes Wertpapier, das dem Gläubiger das Recht auf Rückzahlung und auf Zahlung vereinbarter Zinsen einräumt. Anleihen werden in der Regel an der Börse gehandelt.


Wer mit anderen Worten eine Anleihe verkauft, erhält dafür Geld – sozusagen einen Kredit von dem Käufer der Anleihe. Mit der Anleihe wird bestätigt, dass der Käufer ein Recht auf Rückzahlung des gezahlten Geldes sowie auf Zinsen hat.


Im Unterschied zu anderen Wertpapieren (z.B. Aktien), legen Anleihen genau fest, wann die Rückzahlung erfolgt und wie hoch die Zinsen sind. Bei Aktien ist das nicht festgelegt.

Es sei an dieser Stelle nochmals erwähnt, dass Aktien einen anerkanntermassen guten Schutz vor erhöhter Inflation bieten. Der Hintergrund: Unternehmen können mit Preiserhöhungen reagieren – also die höheren Preise an die Kunden weitergeben. Wenn aber die Inflation sprungweise steigt, fehlt es den Unternehmen an der nötigen Vorbereitungszeit, um sich auf ansteigende Einkaufs- und Lohnkosten sowie Preiserhöhungen vorzubereiten. Somit sind Aktien relativ anfällig auf abrupte Inflationssprünge. Gleichzeitig können nicht alle Unternehmen die Preise nach freiem Belieben erhöhen und damit an die Endkunden weitergeben, da der Margendruck teilweise einfach zu gross ist. Die Teuerung trübt auch die KonsumentInnenstimmung – das heisst auch die Nachfrage geht zurück.


Weiter können wir davon ausgehen, dass steigende Zinsen Kredite für Unternehmen und KonsumentInnen deutlich verteuern und so das Wirtschaftswachstum ausgebremst wird. Glücklicherweise sind im Moment die Unternehmenszahlen noch äusserst positiv, dies trotz dem aktuell schwierigen geopolitischen Umfeld. Im Privatbereich dürfte die Angst vor steigenden Hypothekarzinsen die enorme Steigerung der Immobilienpreise bremsen. Bei einer massiven Zinserhöhung besteht gar das Risiko eines Platzens der aktuellen Immobilienblase; etwas was auch von der SNB und ein paar Geschäftsbanken thematisiert wird.


Was hat das nun alles mit Deinen Anlageentscheidungen zu tun?

Es ist sicherlich jetzt ein guter Zeitpunkt, die Allokation Deiner Mittel, also Deine Vermögensstrukturierung, zu überprüfen.


Stark kreditfinanzierte und nicht selbst bewohnte Immobilien sollten noch im aktuellen Hochpreisumfeld verkauft werden, damit die private Bilanz auch reduziert wird – analog dem Vorgehen der Notenbanken.


Falls Wertpapiere durch Kredite, wie beispielsweise einem Lombardkredit, belehnt sind, gilt der gleiche Ansatz wie bei Immobilien. Die Positionen sollten ausgeglichen werden, da das ganze Anlageumfeld volatiler wird, dies auch wegen dem ungewissen weiteren Verlauf und Ausgang im Ukraine Krieg mit all seinen Kollateralschäden.


Wir empfehlen also lediglich mit Mitteln investiert zu sein, die nicht von Zinsschwankungen abhängig sind sowie auch für den täglichen Bedarf nicht benötigt werden. Das lässt uns dann ruhiger schlafen, auch wenn es Korrekturen in gewissen Anlagekategorien wie Aktien oder Immobilien gibt. 😴

 

Solltest Du in Deiner Anlagestrategie Optimierungsbedarf erkennen, bist Du womöglich an einem unserer Partnerangebote interessiert.

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