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NFT – Hype oder Zukunft?

Aktualisiert: 3. Mai

In diesem Blog sprechen wir über die viel diskutierten Non-Fungible Token (NFT). Was sind NFT? Und sollte man investieren oder ist alles nur Hype?

Quelle: Bored Ape Yacht Club by Yuga Labs

Forbes titelte letzten Oktober «UNFORGEABLE: WOLFGANG BELTRACCHI LAUNCHES NFT COLLECTION» auf deutsch «Unfälschbar: Wolfgang Beltracchi veröffentlich NFT-Kollektion». Aber nicht nur die Fälscher-Legende ist auf den Geschmack gekommen. Mit Posts von Influencern und Promis ist das Thema NFT immer stärker ins Bewusstsein der breiten Masse vorgedrungen.


Für einen der 10'000 «Bored Apes» kann man heute bis zu drei Millionen hinblättern. Die bekannte Sujetreihe des immer gleichen Affen in verschiedenen Outfits ist heute fast schon Sinnbild für die ganze NFT Bewegung geworden. Stars wie Paris Hilton, Justin Bieber und Stan Wawrinka zählen sich zu den stolzen Besitzern.



Auch Unternehmen sind auf den Zug aufgesprungen. So hat Nike beispielsweise gerade das virtuelle Schuhunternehmen RTFKT Studios gekauft, das NFTs und Turnschuhe "für das Metaversum" herstellt.


Doch was sind NFT überhaupt?


NFT, kurz für «Non-Fungible Token», sind nicht austauschbare (also nichtfungible) Vermögenswerte – so zumindest die deutsche Übersetzung.

Quelle: Wikipedia

Doch was heisst das genau? Auch das Kunstwerk «Sternennacht» von Vincent van Gogh gibt es nur einmal im Original und steht im 5. Stock des Museum of Modern Art. Bei NFT handelt es sich um virtuelle Vermögenswerte, die mittels Blockchain-Technologie verschlüsselt werden. Käufer bekommen dazu also ein Echtheitszertifikat, womit auch in der digitalen Welt ein Original gehalten werden kann.


Wer nun aufgrund der Blockchain-Technologie an Bitcoin denkt, ist auf dem Holzweg. Hierbei handelt es sich vielmehr gerade um das Gegenteil, nämlich ein Token – also ein austauschbarer (fungibler) Vermögenswert. Eine Einfranken-Münze kann gegen jede andere Einfranken-Münze getauscht werden, da beide Münzen einen Franken Wert sind. Das gleiche gilt für einen Bitcoin, der aufgrund der Wertgleichheit mit jedem beliebigen Bitcoin getauscht werden kann.


Seit dem Start der Google Bild-Suche sind wir uns gewohnt, Bilder einfach und bequem speichern und mit ctrl + C / ctrl + V vervielfältigen zu können. Welches digitale Bild das Original ist, kann nicht mehr nachvollzogen werden. NFT bieten hier Abhilfe. Für den begehrten «Bored Ape» wird auf der Blockchain ein Smart Contract erstellt. Dieser beinhaltet: Vertragsgegenstand, i.d.R. Entstehungszeitpunkt, potenzielle Besitzerwechsel, gegenwärtiger Besitzer sowie unter Umständen individuelle Vertragsklauseln. Viele Klauseln sehen beispielsweise vor, dass der Künstler an jedem weiteren Verkauf des NFT mitverdient – z.B. jeweils 5% des Kaufpreises erhält. So verdient beispielsweise auch der eingangs erwähnte Künstler Beltracchi mit seiner NFT Serie an jedem Weiterverkauf mit. Da derartige Regeln auf der Blockchain eingebacken werden, sind sie für alle ersichtlich und vor allem auch verifizierbar. Der Prozess kommt gewissermassen einer notariellen Beurkundung mit Zeugenanwesenheit gleich.


Kurz um: Ein NFT Kunstwerk setzt sich aus einem Bild (bspw. JPG-, PNG-, GIF-, SVG-, MP4-, MP3-, WEBM-Dateien) sowie einem Smart Contract zusammen.


Der Weg zum eigenen NFT


  1. Zunächst muss man ein Kunstwerk kreieren – man muss nicht DigitalArtist sein, um mitmischen zu können. Du kannst Dein Gekritzel einfach einscannen und als JPG abspeichern. Die NFT Welt ist verrückt und auch unspektakuläre Werke haben bereits absurde Preise erzielt.

  2. Über einen Marktplatz wie Open Sea kann man sein zukünftiges NFT Kunstwerk hochladen, um es später dort anzubieten. Andere Marktplätze sind beispielsweise Mintable oder Rarible.

  3. Bei Open Sea muss man seine Krypto-Wallet, letztere beispielsweise von Coinbase, verknüpfen. Da Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain funktionieren, empfiehlt es sich, ETH zu halten.

  4. Nun muss der NFT gemintet werden. Mit «#Minting» wird der Smart Contract auf die Blockchain übertragen, was oft mit Gebühren verbunden ist, die bei Open Sea direkt der Wallet belastet werden.

  5. Danach kann man sein Kunstwerk zu einem festen Verkaufspreis anbieten oder Gebote zulassen. Auch beim Listing können Gebühren anfallen.

  6. Nun muss man nur noch auf den Verkauf warten oder auf das grosse Gebot hoffen.


Sollte ich jetzt in grossem Stil in NFT investieren?


2021 haben NFT Verkäufe die 25 Mia. Dollar Grenze geknackt! Es geht also um richtig viel Geld. Der digitale NFT-Handel lässt sich durchaus mit dem analogen Kunsthandel vergleichen – um erfolgreich mitmischen zu können, muss man wissen, welcher Kunststil, welcher Künstler oder welche Motive gerade im Trend sind oder noch wichtiger – zukünftig im Trend liegen werden. Das Angebot auf dem NFT-Markt ist bereits überwältigend und nur ein kurzer Blick in die Kollektion von Open Sea überfordert wohl die meisten. Ohne das Verständnis für Angebot und Nachfrage im NFT-Kunstmarkt ist ein echtes bzw. informiertes und damit verantwortungsvolles Investment praktisch unmöglich. Womöglich hat man Glück und man setzt auf das richtige NFT, das von einem aufstrebenden Künstler geschaffen wurde oder einfach zu einem weiteren (erfolgreichen) Internet Meme wird. Wichtig ist das Verständnis, dass jeder und jede ein NFT erschaffen kann – auch Du kannst mit der obigen Anleitung und dem FAQ Bereich von Open Sea Dein erstes NFT listen.


Geht es nach Metaverse und Zuckerberg, bewegen wir uns alle bald nur noch in digitalen Welten. Dort könnten beispielsweise einzigartige NFT Avatare sehr begehrt sein. Nike stände zumindest schon bereit, um uns NFT Schuhe zu verkaufen. Die Technologie hat somit durchaus interessante Anwendungsbereiche und die Gedankenexperimente sind spannend. Heute sind NFT oftmals Prestigeobjekte, künftig werden sich weitere Anwendungsfelder eröffnen. Wer früh dabei ist oder innovative Ideen hat, kann durchaus von dieser Entwicklung profitieren. Wer keine Ahnung von Kunst und dem NFT-Markt hat, sollte von grösseren Investitionen in NFT Abstand nehmen. Da wirklich alle an diesem Hype teilhaben können, sind auch Urheberrechtsverletzungen nicht selten. NFT können bei der Erstellung bereits Urheberrechte verletzten, was auch durch die Blockchain nicht geheilt werden kann.


Zusammenfassung


Wer den NFT-Markt nicht versteht, riskiert beim Investieren sehr viel. Der Markt wird von Prominenten glorifiziert, die mit ihrer Bekanntheit die Preise ihrer Investitionen beeinflussen können. Gleichzeitig tummeln sich viele Amateure auf den Markplätzen, die ihre «Kunst» feilbieten. Aber auch professionelle Anbieter generieren Massenhaft computergenerierte Serien nach dem Vorbild vom «Bored Ape» und profitierten von gutgläubigen Investoren in Goldgräberstimmung. Es herrscht noch wilder Westen, was den Markt interessant, aber für Übermütige auch gefährlich macht. Es gelten schlussendlich wie immer beim Investieren die alten Binsenweisheiten – nur in Produkte investieren, die man versteht & breit investieren.


Die Zukunft wird wohl noch so manchen reich machen, aber auch viele Träume platzen lassen.

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