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Die effektive Inflation und was das für AnlegerInnen bedeutet

Aktualisiert: 3. Mai

In diesem Blog beleuchten wir die Inflation, die auch als Teuerung bekannt ist und den allgemeinen Anstieg des Preisniveaus einer Ökonomie über einen bestimmten Zeitraum meint. Ein Anstieg des Preisniveaus führt dazu, dass mit jeder Geldeinheit – also einem Schweizer Franken (oder 1$, 1€, usw.), weniger Güter und Dienstleistungen gekauft werden können. Das Zahlungsmittel verliert real an Wert.

Wir haben in diesem Blog ein wenig gerechnet, um Dich in Bezug auf das Thema Inflation zu sensibilisieren und Dir auch klarzumachen, dass alles eine Frage der Berechnungsgrundlagen ist. Mach Dir nichts draus, falls Du nicht alles verstehen solltest, da sich dieser Blog an unsere Experten unter euch richtet ;) Los gehts!


In der unten aufgeführten Grafik findest Du die offiziellen Schweizer Jahresteuerungen.

Jahr

2016

2017

2018

2019

2020

2021

Veränderung in %

-0.4

0.5

0.9

0.4

-0.7

0.6

Inflation und Deflation (also negative Inflation) wechseln sich munter ab und suggerieren, dass wir in den letzten Jahren mehr oder weniger stabile Verhältnisse hatten. Bekanntlich wird ja zur Ermittlung einer Inflation ein Warenkorb abgebildet mit den entsprechenden Preisentwicklungen. Dieser Warenkorb besteht aus einer Auswahl (!) verschiedenster Güter, wobei diese Auswahl von Deinem persönlichen Warenkorb stark abweichen kann – in der Folge ist Deine "persönliche" Inflation womöglich deutlich höher (oder tiefer). Wir gehen jetzt nicht auf die Zusammensetzung des Warenkorbs ein, wo es genau aus diesen Gründen auch immer wieder Diskussionen gibt. Wir möchten einen anderen Aspekt erläutern.


Im Titel heisst es effektive Inflation. Wie kommt das? Nun, aus ökonomischer Sicht kann man die Definition von David Hume (schottischer Ökonom 1711-1776) verwenden, die besagt, dass die effektive Inflation dem Geldmengenwachstum M3 abzüglich der Bruttoinlandveränderung entspricht. In der Tabelle finden sich die Zahlen für die Schweiz.

Die Zusammensetzung der Geldmenge M3



Bruttoinland… was? Das Bruttoinlandprodukt (kurz BIP) kurz erklärt.

Jahr

2016

2017

2018

2019

2020

2021

M3 Geldmengen-wachstum in %

3.0

3.4

3.1

0.8

6.1

1.4

BIP-veränderung in %

2.0

1.6

2.9

1.2

-2.4

3.7

Effektive Inflation

1.0

1.8

0.2

-0.4

8.5

-2.3

Offizielle Inflation

-0.4

0.5

0.9

0.4

-0.7

0.6

Aus der Grafik ist ersichtlich, dass wir in den letzten sechs Jahren sowohl nach offizieller (durchschnittlich 0.2%) als auch effektiver Berechnungsweise (durchschnittlich 1.5%) tatsächlich Inflation – also Teuerung – hatten. Insbesondere die effektive Inflation fällt deutlich höher aus, als es uns die offizielle Inflationsberechnung weis macht. Zur Erinnerung: Letztere richtet sich nach einem Warenkorb, der aus einer Auswahl (!) verschiedenster Güter besteht. Die Konklusion ist so oder so denkbar einfach: Unser Geld ist weniger wert und wir können mit einem Franken nicht mehr so viel kaufen wie zu Beginn. Dass sich die Geldmenge der Schweizerischen Nationalbank auf über eine Billion Schweizer Franken ausgeweitet hat, das ist hinlänglich bekannt. Für Ökonomen war immer schon klar, dass eine Ausweitung der Geldmenge über kurz oder lang zu Inflation führt. Mit den steigenden Rohstoff- und damit vor allem Energiepreisen sind nun weitere Inflationstreiber real vorhanden.


Bis dato hatten die Zentralbanken primär das Wirtschaftswachstum im Auge und wohl auch einige politischen Agenden; dies trotz völliger Unabhängigkeit. Primär sollten sich die Zentralbanken um die Teuerung kümmern. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Inflation den Sparern das Vermögen wegfrisst und anderseits den Schuldnern, seien diese öffentlich oder privat, zu einem realen Schuldenabbau verhilft. Für viele Staatshaushalte wäre das eine grosse Erleichterung, fielen doch in den Corona-Jahren die Ausgabenschranken grosszügig, was zu einer massiven Zunahme der Staatsverschuldungen führte.


Sei es nun die effektive oder offizielle Inflation, für AnlegerInnen stellt sich die Frage, was macht man nun? Sparen ist auf jeden Fall keine echte Option (siehe hierzu unseren Blog «Geldanlage ohne Aktien – das solltest Du Dir nochmals gut überlegen!»). Also verbleiben Realwerte, die da klassischerweise sind: Aktien, Rohstoffe und Immobilien. Für mutige AnlegerInnen scheint uns sicherlich auch eine gewisse Diversifikation in Edelmetalle und Kryptowährungen als Alternative angesagt zu sein. «Es gibt keinen falschen Zeitpunkt zum Investieren» hiess es in einem unserer letzten Blogs und dem gibt es hier nichts anzufügen.


Hohe Inflation, die nicht so rasch wieder zurückgehen wird, weist auf steigende Zinsen hin, was die US-Notenbank FED auch schon umgesetzt hat. Steigende Zinsen bedeuten in der Regel für viele Anleger einen Wechsel der Anlageklassen; vielfach von Aktien in Anleihen. Überleg Dir das gut, denn die Anleihen-Renditen werden wohl mit den hohen Schwankungen der Inflation nicht mithalten. Vielleicht überlegst Du Dir auch, eventuell eine Hypothek frühzeitig zu reduzieren. Bei den aktuellen Geldmarktpreisen erscheint dies nicht attraktiv zu sein. Die Europäische Wirtschaft ist nicht solide genug – dies im Gegensatz zu den USA – um rasche Zinsschritte zuzulassen, denn dies würde das zaghafte Wirtschaftswachstum abwürgen. Ergo wird die Inflation munter vor sich hingaloppieren und locker Dein Erspartes wegfressen. Es ist wichtig, jetzt die richtigen Investitionsentscheidungen zu fällen, um das Vermögen nicht nur zu schützen, sondern hoffentlich zu äufnen.


Quellen

 

Hast Du Dein ganzes Vermögen auf dem Sparkonto deponiert und möchtest Deine Vermögensstruktur mit Aktien-, Immobilieninvestments, usw. diversifizieren? Dann bist Du womöglich an einem unserer Partnerangebote interessiert, wo Dir die Vermögensverwaltung – abgestimmt auf Dein persönliches Risikoprofil – abgenommen wird.

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