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Anlageempfehlungen – alles nur Wahrsagerei? 🔮

Aktualisiert: 3. Mai

Anlageempfehlungen von Banken sind oftmals Grundlage für Anlageentscheidungen. Sie sind aber stets mit Vorsicht zu geniessen – insbesondere in unsicheren Zeiten, suchen viele Menschen nach Rat und Guidance. Neben Scharlatanen – die ihr Geld mit Zukunftsaussagen verdienen – sollten auch seriöse Empfehlungen nicht unbesehen für wahr befunden werden.

Die Banken beschäftigen gut bezahlte Finanzanalysten, um uns KundInnen Anlageempfehlungen geben zu können – sei dies direkt oder über entsprechende

Produkte einer Bank; z.B. in Form eines aktiv verwalteten Fonds. Anfangs April habe ich in einem Marktbericht eines geschätzten Kollegen folgende Information aufgeschnappt. Es geht um die Empfehlung von Finanzanalysten verschiedener Finanzinstitute zum Autobauer Tesla:

  • UBS erhöht Kursziel auf 1'100 USD (vorher 1'000 USD) und bleibt mit dem Rating NEUTRAL

  • Cowen erhöht Kursziel auf 790 USD (vorher 660 USD) und bleibt mit dem Rating MARKET PERFORM

  • JPMorgan erhöht Kursziel auf 335 USD (vorher 325 USD) und bleibt mit dem Rating UNDERWEIGHT (also verkaufen, da überwertet).

Vermutlich bin ich nicht der einzige geneigte Leser, der da staunt, schmunzeln oder eher fast schon laut lachen muss, wenn sich der erwartete Kurs mit einem Faktor 3 (!) unterscheidet. Das kann doch nicht seriös sein, ja kommt doch eher suspekt daher. Wie kann es sein, dass Spezialisten mit den gleichen Informationen zu so unterschiedlichen Konklusionen und schlussendlich Empfehlungen kommen? Entweder gibt es da verschiedenen Glaskugeln oder ein paar Leute wissen mehr als andere, was die Zukunft bringen soll.



Dass Marktbewertungen stets auch Zukunftserwartungen widerspiegeln, verdeutlicht die nachfolgende Grafik eindrücklich. Tesla ist mehr wert, als Toyota, VW, BYD, Daimler, GM und Nio zusammen:


Quelle: carwow

Was entnehmen wir nun der obigen Episode. Wir empfehlen, möglichst empirisch mit dem langen Trend zu gehen. Zahlen lügen nicht und langfristig wissen wir, welche Anlageklassen unabhängig von negativen Ereignissen wie Dotcom-Blase, Finanzkrise, etc. wie performt haben. Wichtig ist, dass Du (!) eine Anlagestrategie definierst und diese dann auch konsequent verfolgst und ihr auch über lange Zeit treu bleibst. Wer also in seinem Portfolio Einzelaktien hält, sollte stets langfristig denken. Sowohl beim Kauf wie auch Verkauf von Einzeltiteln kann man Anlageempfehlungen zu Rate ziehen, sollte sich aber gleichzeitig deren Grenzen bewusst sein und wissen, dass es meist viele weit auseinanderlaufende Einschätzungen gibt. Gleichzeitig sollte man aufgrund solcher Marktmeldungen nie emotional reagieren: Wer aufgrund grosser Versprechungen gierig kauft oder aufgrund plötzlich tieferer Bewertung angstgetrieben verkauft, ist nie gut beraten. Vielmehr sollte man beim Kauf von Einzeltiteln (und beim Investieren allgemein) immer langfristig – am besten in Jahrzehnten – denken. Oder in den Worten des Tesla Gründers selbst:

Lass Dich also nicht einfach auf einen Einzeltitel ein, der beispielsweise von einem Finanzanalysten oder Freund (mit sogenanntem «Insiderwissen") empfohlen wird.

Das kann man oder soll man nur mit «Spielgeld» machen, also wenn Du, statt ins Casino zu gehen, ein paar Aktien, z.B. MEME Aktien (volatile/spekulative Titel mit Hype-Charakter, wie z.B. GameStop) kaufst. Das geht dann mehr unter Hobby oder Spass als strukturiertes Anlegen. Freude wirst Du aber haben, wenn Du siehst, dass Deine Anlagestrategie über die Dauer funktioniert und Dir einen Vermögenszuwachs beschert hat.

 

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