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Der Taiwan-Konflikt und dein Aktienportfolio

Aktualisiert: 3. Mai

Seit dem Besuch von Nancy Pelosi und dem Bekenntnis des US-Präsidenten Biden, Taiwan mit US-Streitkräften zu verteidigen, heizt sich der Konflikt rund um den Inselstaat weiter auf. Dies hat auch Auswirkungen auf deine Investments.

Spielkarten mit US-Flagge, China-Flagge, Taiwan-Flagge als Motiv

Die politische Situation rund um Taiwan ist angespannt. Das chinesische Säbelrassel ist seit dem Besuch der Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi deutlich lauter geworden – Militärmanöver gehören seither zur Tagesordnung. Das chinesische Regime reagiert gereizt auf jegliche Form der Einmischung. So haben auch die öffentlichen Aussagen des US-Präsidenten Biden, notfalls militärisch zu intervenieren, nicht gerade zur Deeskalation beigetragen.



Taiwan und die Computerchips

Taiwan ist ein Riese in der Chipindustrie und folglich mit der globalen Wirtschaft eng verflochten. Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, kurz TSMC, ist der weltweit grösste unabhängige Auftragsfertiger für Halbleiterprodukte. Ohne die Vorprodukte made in Taiwan wären die innovativen Tech-Innovationen made in California nicht möglich. Sollte China den Streit tatsächlich eskalieren lassen und den asiatischen Inselstaat angreifen, wären die Folgen für die globale Wirtschaft tiefgreifend.



Taiwan und die Aktienportfolios


Ein Angriff hätte damit auch schwerwiegende Auswirkungen auf Aktienportfolios. TSMC zählt zu den wertvollsten Unternehmen Asiens und ist damit in praktisch allen ETFs und Aktienfonds auf dem asiatischen Markt vertreten. In Schwellenländer-Fonds mit Asien-Fokus ist TSMC regelmässig die grösste Position. Schaut man sich den iShares MSCI EM Asia ETF an, der dem MSCI-Index für Schwellenländer in Asien folgt, zeigt sich folgendes Bild: Taiwan ist mit rund 19 Prozent im Index vertreten. Im Vergleich dazu ist die deutlich grössere Volkswirtschaft Indien mit nur knapp 18% abgebildet.


Kacheln mit ETFs der USA, Russland, China, Taiwan
Konfliktsensitive ETFs (Beispiele)

Die Sanktionsspirale


Nur schon das Anziehen der Sanktionsschraube durch China würde Taiwans Wirtschaft und damit viele Schwellenländer-Portfolios schwer treffen.


Sollte die Situation sogar zu einer kriegerischen Auseinandersetzung eskalieren, wären die Folgen nochmals deutlich schwerwiegender. Die westliche Welt würde wohl mit Wirtschaftssanktionen gegen China reagieren. Dabei hat bereits der Ukraine-Russland Konflikt gezeigt, wie schwierig dabei der Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Eigeninteressen und demokratischen Ansprüchen sein kann.


Russische Beteiligungswerte sind seit dem Einmarsch in der Ukraine drastisch gefallen und oft ist es gar nicht mehr möglich, russische Aktien zu halten. Auch viele ETFs mussten geschlossen werden. Dabei ist zu beachten, dass Russland eine vergleichsweise unbedeutende Volkswirtschaft ist.


Eine Sanktionsspirale zwischen den USA, Europa und China hätten somit direkte Folgen für alle Anleger, da China in globalen Portfolios eine immer bedeutendere Rolle einnimmt – in Schwellenländer-Portfolios sowieso. Dies war nicht immer so. China hatte vor nicht allzu langer Zeit noch einen sehr abgeschotteten Kapitalmarkt. Viele Anleger haben deshalb in Hongkong notierte Unternehmen investiert, die aber auf Chinas Festland Geschäfte tätigten. Durch die Marktöffnung ist China nun in ziemlich jedem diversifizierten Aktienportfolio vertreten. ETFs und Fonds sähen sich im Krisenfall somit auch einem Erdbeben ausgesetzt.



Der Yuan


Auch der Yuan – die chinesische Währung – ist schon seit einigen Monaten unter Druck geraten. Dem Yuan haben im Besonderen die harten Lockdowns zugesetzt. Jetzt kommt der schwelende Taiwan-Konflikt dazu. Anleger mit Yuan im Portfolio würden im Krisenfall somit auch mit währungsbedingten Turbulenzen zu kämpfen haben.


Wie immer beim Investieren sind Risiken auch mit Chancen verbunden. Wenn Xi Jinping im November am 20. Parteitag wiedergewählt wird, wissen wir vielleicht mehr, wohin die Reise führt.


 

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